Geschichten

Der Erinnerungen dritter und letzter Teil

So ging ich also zu der Botschafterin, welche in einer kleinen Hütte auf die Flüchtlinge wartete. Sie erzählte mir einiges über Qeynos, auch wenn ich ihr kaum zuhörte. Schließlich schickte sie mich zu Herzog Ferrin, mit dessen Boot ich mich schließlich auf ein neues Abenteuer begab.
Das Schiff war zwar nicht so groß, wie andere in denen ich schon mitgefahren war, aber es brachte mich sicher in den Weidenwald, einem Außenbezirk von Qeynos. Dort wurde mir ein Zimmer in der Taverne zugewiesen, auch wenn ich mir nichtg sicher war, die Miete bezahlen zu können. 5 Silber erschienen mir eine große Menge Geld, wenn man bedenkt, dass ich etwa 50 Kupfer in der Tasche hatte.
Kaum, dass ich eingezogen war, und ich mich ein wenig im Weidenwald umschaute, kam die Hausmeisterin allerdings auf mich zu, und erzählte mir von einer Bürgerschaftsaufgabe, welche ich erledigen sollte. Sie schickte mich zu einem Zwerg, welcher mit von Verrätern erzählte, die er gefangen genommen hatte. Ich solle über sie richten. Ich?! Richten?! Ich war furchtbar aufgeregt, als ich den Raum betrat, in dem die Verräter gefangen gehalten wurden. Was würde mit mir geschehen, wenn ich versagte und falsch richtete? Würde ich dann ebenso wie sie dem nächsten Flüchtling ausgeliefert werden, der über sie richten solle? Ich ging mit zitternden Beinen den Gang hinunter und traf dort auf eine junge Frau, die ebenso zitterte, wie ich. Ich hörte mir ihre Geschichte an, und befand sie für unschuldig. Dankbar verließ sie den Raum.

Während ich tief durchatmete, wendete ich mich an den nächsten Verräter. Es war ebenfalls eine junge Frau, doch ihre Geschichte klang sehr unglaubwürdig. Als ich sie darauf hinwies, griff sie mich an. Sie schien jedoch nicht damit gerechnet zu haben, dass ich stärker als sie war, und so lebend aus diesem Kampf ging, im Gegensatz zu ihr. Auch zwei weitere Verräter suchten ihr Heil im Kampf, kamen jedoch beide nicht mit dem Leben davon. Kaum das ich den letzten getötet hatte, kam der Zwerg auch schon angerannt und drückte mir eine Urkunde in die Hand. Ebenso einen Siegelring, der mich als Bürgerin von Qeynos auswies.

Staunend unternahm ich meinen ersten Spaziergang durch die Stadt. Ich hatte mit Qeynos zwar immer schön vorgestellt, doch diese Stadt übertraf alle meine Erwartungen. Dennoch, mir fehlten Freunde. Die Qeynosianer sind entweder dauer beschäftigt, oder aber nicht an einem kleinen Flüchtling interessiert, so musste ich schnell feststellen. Auch wenn es viel Arbeit zu tun gab, zahlreiche Botengänge die mir schnell einige Silber einbrachten und ein paar Jagden, so war ich jeden Tag allein. Allein in einer Stadt mit vielen Tausend Einwohnern.

Bis ich eines Tages mit einem großen, stattlichen Tiger zusammenprallte. Sein Name war Gorrath, und er bat mich sehr charmant um Verzeihung. Und auch wenn die kleine, rothaarige Waldelfe, die ihn begleitete, ihn zum Aufbruch drängte, so kam er doch mit mir ins Gespräch und erzählte mir von seiner Gemeinschaft, den Silberwölfen. Sie schienen so mutig, so nett, so.. so... anders, als alle Abenteurer, die ich bislang getroffen hatte, dass ich all meinen Mut zusammen nahm und mich bewarb. Tatsächlich erhielt ich nur wenig später Antwort, auf diesen Schrieb und ich wurde ein Mitglied der Silberwölfe.Es stellte sich heraus, dass meine Erwartungen nicht zu hoch geschraubt waren.

Im Gegenteil, mit jedem der gemeinsam bestrittenen Abenteuer verband mich ehr mit den Silberwölfen und nur wenig später hatte ich mich völlig eingelebt. Zusammen mit den Waldelfen Silvara und Tikwillow machten wir so manches Mal die Donnersteppe unsicher. Mit ihnen in einer Gruppe erlebte ich auch zum ersten mal das Gefühl des Sterbens. Es war sonderbar, zu Boden zu gehen, unter Schmerzen, und das letzte, was man sieht, ist das ausgetrocknete, picksende Gras der Donnersteppe. Einige Minuten später jedoch spürst Du auf einmal wieder etwas, und wo Du noch eben orrientierungslos auf das Licht zustolpertest, fühlst Du, wie das Leben zurück in deinen Körper fließt, dein Herz wieder anfängt zu schlagen und es warmes, pulsierendes Blut durch die Venen pumpt.

Später gewöhnte ich mich schon fast daran, dass, sobald Tikwillow starb, ich ihm eine Sekunde später folgte. Tunare sei Dank, konnte sich meistens Silvara gerade noch retten, und so konnte sie mich anhand einer speziellen Essenz wieder beleben und ich den armen Tik. Alles in allem war die Zeit wirklich sehr schön. Doch leider verließ Tikwillow nach nur kurzer Zeit diese Welt um einem Traum hinterher zu jagen, den er auch bald darauf erreichen sollte. Auch der leicht aufbrausende Zwerg Ingrimsch teilte nur ein kurzes Stück meines Lebens Weg. Doch konnte ich ja immernoch mit der Heilerin Anwenn, den süßen Katerchen Harrmoon und Lasait und der vorlauten Göre Silvara losziehen, was immer ein großer Spaß war und ist.

Ein weiterer wichtiger Moment, neben meiner Aufnahme bei den Silberwölfen war natürlich der Tag, an dem ich meinen Gatten kennenlernte. Ich war in den Verzauberten Landen auf der Suche nach einer Gruppe, als mich ein junger, glatt rasierter Paladin ansprach. Ihnen fehlte noch eine Heilerin, ob ich nicht mit ihm und seiner Gruppe durch die Lande ziehen wolle? Etwas an diesem Mann war mir von Anfang an sympathisch, ob es nun das charmante Lächeln war, oder die Höflichkeit, die er an der Tag legte und die manche Bewohner Norraths ja so gerne unter den Tisch fallen lassen.

Gerne erinnere ich mich an diesen Tag zurück. Es folgten viele lange Gespräche, Briefe, gemeinsame Abenteuer, und... na? Na? Genau, romantische Strandspaziergänge. Einige Wochen nach unserem ersten Treffen gab es innerhalb seiner Gemeinschaft Unstimmigkeiten und so beschloss er kurzerhand ein Silberwolf zu werden und nur wenige Tage danach wiederum machte er mir einen Heiratsantrag. Unter einem Baum, im Eldarr-Hain in der Nähe des Dojos kniete er vor mir nieder und fragte mich, ob ich ihn heiraten wolle. Es war wahnsinnig romantisch und natürlich gab es einfach keine andere Antwort als „Ja!“.

Die Hochzeit eine Woche später war wunderschön und unvergesslich. Es waren soviele Leute da und Aleda hat eine traumhafte Zeremonie abgehalten.

Und die Feier!

Nur einen Tag später sind wir dann auch schon zusammen in eine etwas größere Wohnung gezogen, und da wir beide schon recht viele Tiere hatten, und wir auch noch das ein oder andere zur Hochzeit bekommen haben, sind wir nun stolze Besitzer eines Kleintierzoos.

Womit ich eigentlich beim Status quo angelangt sind. Nach wie vor bereitet mir nichts mehr Vergnügen als für meine Mitwölfe zu sterben, oder mit ihnen andere Abenteuer zu erleben :)

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