Das Spiel

"World of Warcraft"-Review




Ein "World of Warcraft"-Review von Corryn.

IV. Grafik und Sound:

Grafisch beschreitet Blizzard mit „World of Warcraft" einen eher ungewöhnlichen Kurs, denn entgegen dem aktuellen Trend zu fotorealistischer Grafik, führt WoW den knuffig comicartigen Style von „Warcraft III" konsequent weiter. Wie viele Onlinespiele hat sich Blizzard für WoW die „NetImmerse" Grafikengine von Numerical Design Ltd. lizenziert - das ist der gleiche Grafikunterbau wie er bereits von Mythic Entertainment für ihr mythologisch angehauchtes Fantasy-MMORPG „Dark Age of Camelot" benutzt wird.

Blizzard versteht es jedoch, durch die liebevoll gestaltete Welt und den etwas anderen Grafikstil eine durchaus ansprechende Spielgrafik zu schaffen, die noch dazu auch gut auf weniger leistungsstarken Rechnern läuft. Dies wird jedoch durch eine weniger detaillierte Ausarbeitung der Spielfiguren und Gegner erreicht, sodass ein „rundes" Fass schonmal sechs Ecken hat.
Auch der Sound ist wie von Blizzard gewohnt, sehr stimmungsvoll und passt gut in die Spielwelt. Der monumentale Soundtrack stammt aus den Federn von Jayson Hayes und Derek Duke - Spielemusik-Veteranen die auch schon den „Warcraft III"-Soundtrack produzierten. In den Optionen des Spieles kann man jedoch auch einstellen, ob der Sound nur einmal beim Betreten eines Gebietes oder in einer Endlosschleife erklingen soll. Dadurch wird er so schnell auch nicht langweilig und nervig.

V. Steuerung und Interface:

Bei der Steuerung folgt Blizzard vorwiegend dem MMORPG-Standard. So steuert man seinen Charakter mittels einer Kombination von Tastatur und Maus durch die Spielwelt und wählt Zaubersprüche, Spezialangriffe sowie weitere Fähigkeiten über eine Schnellstartleiste. Aus, welche man sowohl mit der Aus als auch mit einer frei wählbaren Tastenkombination erreichen kann.

Das Interface ist standardmäßig recht schlicht gehalten und besteht aus:
einer Leiste am unteren Bildschirmrand, in der sich die Quickbuttons, die Buttons für die verschiedenen Menüs (Optionen, Ausrüstung (Paperdoll), Talente usw.) und die Rucksackslots befinden, dem Status und Gruppenfenster links oben, der Minikarte rechts oben, dem Chatfenster, welches beliebig anordbar und aufteilbar ist, aber standardmäßig eine Position links über der Steuerleiste inne hat.

Blizzard ermöglicht es der bastelfreudigen Spiele-Community mit einer Kombination aus XML-Dateien und der Scripting-Sprache „Lua" das Interface den persönlichen Wünschen anzupassen. Wem dies selber zuviel Aufwand ist, der kann auf eine beachtliche Auswahl an Interfaces zurückgreifen, die der Benutzeroberfläche neue Funktionen hinzufügen. Diese reichen von simplen neuen Schnellstartleisten bis hin zum voll funktionsfähigen Terminkalender und Raidplaner, der über das Spiel mit anderen Spielern abgeglichen werden kann.

Die andere Seite der Medaille zeigt jedoch, dass sich durch die Scripting-Möglichkeit viele Dinge automatisieren lassen - vom Aufsammeln der Beute bis zum Verkaufen an einen Händler. Einige der Funktionen wurden von Blizzard bereits verboten - andere wurden durch Änderungen an der Spielmechanik nutzlos gemacht.

VI. Handwerks- und Handelsystem:

Die Handwerksberufe in WoW sind lassen sich in die drei Kategorien „sammelnde Berufe", „verarbeitende Berufe" und „Dienstleistungen" gliedern. Als Beispiel einer Produktionskette kann man beispielsweise „Kürschnerei" (Tiere häuten), „Gerben" (Leder zu Rüstung verarbeiten) und „Verzaubern" (Rüstung magisch aufwerten) anführen. Alle drei erwähnten Berufe sind sogenannte „Hauptberufe" (auch primäre Berufe genannt). Dazu zählen weiterhin noch „Kräuterkunde", „Bergbau", „Alchimie", „Schmiedekunst", „Ingenieurskunst" und „Schneidern".

In „World of Warcraft" muss sich der Spieler auf zwei Hauptberufe beschränken, was dazu führt, dass er sich entweder auf eine Warensorte spezialisieren muss, oder aber er bezieht seine Waren von anderen Spielern, die die entsprechenden Rohstoffe verkaufen. Ebenfalls denkbar wäre ein Händler, der sich nur auf das Sammeln von Kräutern und den Abbau von Eisenerz spezialisiert. Das gewonnene Material wird er zwar nicht weiterverarbeiten können, doch bieten die im Spiel vorhandenen Auktionshäuse eine erstklassige Plattform, um die Rohstoffe an weitere Crafter zu verkaufen.

Desweiteren gibt es noch eine Reihe von Nebenberufen („Angeln", „Kochkunst" und „Heilkunst"), welche jeder Spieler erlernen kann. Im Gegensatz zu den primären Berufen ist der Spieler hier nicht in der Anzahl der gerlernten den „sekundären" Berufe eingeschränkt.
Beim Handel gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste und traditionellste ist sicher der Handel von Angesicht zu Angesicht mittels Handelsfensters, welches sich über das Charaktersymbol des Handelspartners aktivieren lässt. Will man jedoch mit jemandem handeln, der gerade nicht im Spiel ist, empfiehlt sich die Verwendung des Postsystems, mit dem es möglich ist, Briefe, Geld und einzelne Gegenstände gegen eine geringe Gebühr zu versenden.
Dabei existiert auch eine Art Nachnahmeoption, bei der man einen Betrag angibt und sobald der Empfänger den Gegenstand entnimmt, wird das Geld automatisch an den Verkäufer gesendet.
Wer jedoch einen etwas unpersönlicheren Handel vorzieht, dem sei die dritte und komplexeste Handelsmethode nahegelegt - das Auktionshaus. Das Auktionshaus funktioniert ganz nach dem aus der realen Welt bekannten System und wird mit Abstand am meisten von den Spielern genutzt.

Der Anbieter legt ein Mindestgebot oder einen „Sofort kaufen"-Preis fest und übergibt den Gegenstand an einen Auktionator. Andere Spieler können sich nun über ein Suchfenster alle verfügbaren Produkte nach Kategorien anzeigen lassen und mitbieten. Wird man als Meistbietender überboten, bevor die Auktion abgelaufen ist, erhält man automatisch eine Nachricht vom Auktionator.

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