Das Spiel

"World of Warcraft"-Review




Ein "World of Warcraft"-Review von Corryn.

VII. Quests:

Die Quests in „World of Warcraft" bieten eine willkommene Abwechslung zur Monsterklopperei die man aus anderen Onlinespielen kennt. Zwar lässt sich auch durch den Kampf gegen Monster schnell Erfahrung sammeln, effektiver und weniger frustrierend ist hingegen das Erledigen von Quests, die oft mit einer witzigen Hintergrundgeschichte versehen sind und in Punkto Erfahrungsgewinn durchaus eine effektivere Möglichkeit zum Monsterverhauen darstellen können.

Schon an den Einführungsquests in den Startergebieten sieht man, dass bei Blizzard viel Wert auf ein sorgfältiges Questsystem gelegt wurde. Leider entwickeln sich viele Quests oft zu scheinbar nie enden wollenden Killtasks, während andere den Spieler auf die Suche nach Artefakten schicken, dessen Kombination wiederrum eine neue Aufgabe freischaltet.

Ein gutes Beispiel hierfür ist eine Quest in der Instanz von Uldaman: Dort muss man, ganz nach „Indiana Jones"-Manier, erst ein Medaillon und dann einen Stab finden, um beide dann zu kombinieren und mit dem Modell einer Stadt verwenden, um die Tür zum ersten Zwischengegner zu öffnen.

Bei vielen Quests kann man zwischen verschiedenen Belohnungen wählen und so meistens einen nützlichen Gegenstand erhalten, der zur Klasse der Charakters passt. Die Belohnung ist dabei schon sichtbar, bevor man die Quest überhaupt angenommen hat. Der Spieler kann also selber entscheiden, ob die Quest sich für ihn lohnt oder ob er sich lieber einer anderen Quest widmet.
Denn an Quests mangelt es „World of Warcraft" sicher nicht. Kommt man als Spieler in eine neue Stadt, so sieht man an jeder Ecke NPCs mit einem gelben Ausrufezeichen über dem Kopf - als Zeichen dass die entprechende Person einen Auftrag zu vergeben hat. Ist der Auftrag schließlich erledigt, wandelt sich das Fragezeichen zu einem Ausrufezeichen. Selbst wenn man also vergessen hat, dass man eine Quest für einen bestimmten NPC bereits erledigt hat, wird man so darauf aufmerksam gemacht. Ebenfalls erscheint in der Minimap eine gelbe Markierung, die auf den Standort des Quest-NPCs hinweist.

Das Questlog selber unterteilt die einzelnen Mission in Regionen. Einfache Quests, die ein geringeres Charakterlevel benötigen als der Charakter zur Zeit besitzt, werden grau dargestellt, während die roten Quests eine ziemliche Herausforderung darstellen und vielleicht doch besser in einer Gruppe gelöst werden sollten. Da man seine Quests auch mit anderen Gruppenmitgliedern teilen kann, müssen diese nicht erst zum zuständigen NPC laufen, sondern können gleich bei der Erledigung der Aufgabe mithelfen.

Desweiteren steht im Questlog zu jeder Quest eine Zusammenfassung der Gegenstände die man einsammeln soll, bzw. der Gegner die man töten muss, sowie die Informationen die man vom letzten NPC erhalten hat.

VIII. Player versus Player (PvP):

Das PvP-System ist in der aktuellen Version noch relativ simpel gestrickt und ermöglicht es z. Bsp. einem hochleveligen Charakter ungestraft in den Anfangsgebieten die kleineren Charaktere „abzuschlachten" - allerdings nur auf den PvP-Servern - was diesen schnell den Spielspaß verdirbt.

Ein ausgereifteres PvP-System wurde jedoch bereits angekündigt und wird sowohl ein „Ehrenpunkte"-System als auch mehrere „Schlachtfelder" enthalten, die in ihrem Konzept schon fast wieder an Echtzeitstrategie à la „Warcraft III" erinnern. Ob dieses System allerdings noch zum Europa-Release fertiggestellt werden kann ist zu bezweifeln. Momentan jedenfalls sind besonders höherlevelige Spieler von den geringen PvP-Möglichkeiten enttäuscht, sind doch nur Gruppenschlachten oder das „Raiden" von feindlichen Dörfer möglich, ohne dabei jedoch einen
Vorteil oder irgendeine Form der Belohnung zu erringen.

Erstaunlicherweise und wohl als erstes MMORPG hat WoW auch die Aufmerksamkeit einiger Online-Liegen wie die der ESL (Electronic Sports Leage) auf sich gelenkt. Diese wollen die angekündigten Battlefields nutzen, um dort Gilden-/Clankämpfe auszutragen. Inwieweit dies durch die Unterschiede in Level, Ausrüstung und Klassen funktionieren und welche Auswirkung ein solcher Wettbewerb auf das soziale Miteinander haben wird, bleibt abzuwarten.

IX. Langzeitmotivation und Highlevelcontent:

Bereits mit „Diablo I" und „StarCraft" konnte Blizzard seine Kunden über Jahre hinweg fesseln, die 1997 und 1998 erschienen Spiele werden heute noch von tausenden Spielern gespielt. Diesen Trend scheint Blizzard mit „World of Warcraft" fortzusetzen, denn mit über 600.000 Einheiten wurde WoW in Nordamerika innerhalb 6 Wochen doppelt so oft verkauft, wie jedes andere MMORPG im letzten Jahr.

Wichtige Faktoren dabei sind sicherlich die stimmungsvolle Grafik, das gut durchdachte Levelsystem mit unzähligen unterhaltsamen Quests, das angekündigte PvP-System und die vielgepriesene Einsteigerfreundlichkeit. Der Marketinghype um ein Blizzard-MMORPG hat dann den Rest dazu beigetragen, dass in „World of Warcraft" mehr Spieler mit einem Echtzeitstrategie- und Singleplayer-Hintergrund anzutreffen sein werden, als langjährige Onlinerollenspieler.

In höheren Levelbereichen wird das Spielgeschehen hauptsächlich vom PvP-Kampf, dem Besuch hochleveliger Instanzen und das Erledigen der zugehörigen Quests bestimmt. Beim Handwerk hingegen werden für die Herstellung mächtiger Gegenstände verschiedene seltene Zutaten benötigt, die nur in der Nähe starker Gegner zu finden sind oder vnach deren Ableben eingesammelt werden können.

Ab Level 60 (dem höchsten erreichbaren Level) bleibt außer PvP und dem Bewältigen einiger schwerer Gegner (etwa der Drache „Onyxia") nicht mehr viel zu tun. Zwar arbeitet Blizzard nach eigener Aussage daran, den Highlevelcontent nach dem weltweiten Release weiter auszubauen, doch hätte man nach den Erfahrungen der Open Beta auch Rückschlüsse auf die Levelgeschwindigkeit nach dem Release ziehen sollen. Bereits zwei Wochen nach dem offiziellen Verkaufsdatum erreichten die ersten Spieler das Höchstlevel ohne das ausreichend Herausforderungen auf sie warteten. Vor allen Dingen die Schlachtfelder werden sehnsüchtigst von den Spielern erwartet.

Additional information